JUNTA DER GUTEN REGIERUNG "ZENTRALES HERZ DER ZAPATISTEN VOR DER
WELT"
AN DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG
AN DIE NATIONALE UND INTERNATIONALE PRESSE
AN DIE NATIONALE UND INTERNATIONALE ZIVILGESELLSCHAFT
Junta der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zapatisten vor der
Welt"
Von irgendwo aus dem Hochland von Chiapas, Mexiko
Durch diese Denuncia möchten wir folgende Vorfälle öffentlich
bekanntmachen.
1. - Am letzten 8. September 2006, wurden zwei Compañeros der
zapatistischen Unterstützungsbasen, aus dem Dorf Huitepec Ocotal,
zweite Sektion, Bezirk von San Cristóbal de las Casas, festgenommen.
Die Compañeros arbeiteten auf ihrem angestammten Land, aber gegen
11:00 Uhr morgens, trafen 10 Elemente der Städtischen
Bürgerschutzpolizei und PROFEPA ein und nahmen die Compañeros Pedro
Jiménez Gómez und Juan Jiménez Sánchez fest und brachten sie zum Büro
der Staatsanwaltschaft in San Cristóbal de las Casas.
2. - am 9. September wurden sie zum Büro der mexikanischen
Generalstaatsanwaltschaft (PGR) gebracht, wo sie einem Verhör
unterzogen wurden und gezwungen wurden über die Delikte auszusagen,
die man ihnen vorwarf, nämlich Umweltzerstörung. Die zwei Compañeros
erklärten, dass sie ihr Land nur mit ihren Hacken und Eggen
bearbeiteten, um ein Gemüsegarten für den Familiengebrauch anzulegen,
und weder jetzt noch früher jemals Bäume gefällt hätten.
3. - Die PGR Behörden sagten zu den zwei Compañeros, dass diese
Gebiete ihnen nicht gehörten, weil sie keine Besitzurkunden hätten.
Das Grundstück sei staatliches Eigentum, und auf Anordnung von
Präsident Vicente Fox würden ihre Delikte deshalb bereits als
Bundesvergehen gelten. Die Compañeros antworteten, dass sie nichts
davon wüssten, sie wüssten nur, dass dieses Grundstück schon ihren
Eltern und Großeltern gehört hatte.
4. - Die Festnahme der zwei Compañeros rief Besorgnis und eine
sofortige Mobilisierung der Compañeros und Compañeras von der Sexta
und der Anderen Kampagne in San Cristóbal de las Casas hervor, die
eine Demonstration abhielten, um die sofortige Freilassung der
Verhafteten zu fordern.
Schließlich sagten die Behörden dass sie gegen eine Kaution von
jeweils 25.000 Pesos gehen könnten. Aber durch die Intervention des
Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas konnte die Kaution
für ihre Freilassung auf jeweils 15.000 Pesos gesenkt werden.
Da die Verhafteten nicht über die finanziellen Mitteln verfügten, um
ihre Kaution zu bezahlen, mussten die Compañeros von der Anderen
Kampagne in San Cristóbal diese bereitstellen, um die Freilassung der
zwei Compañeros zu erwirken.
5. - Die 30.000 Pesos für ihre Kaution stammten aus einem Fonds, den
die Compañeros und Compañeras Anhänger der Anderen Kampagne gesammelt
haben, um die Arbeiten der Sechsten Kommission und der Anhänger der
Anderen Kampagne zu finanzieren.
Daher fordert die Junta der Guten Regierung, diese 30.000 Pesos, die
von den Regierungsbehören als Kaution einkassiert wurden, den
Compañeros Anhänger der Sechsten Erklärung und der Anderen Kampagne
von San Cristóbal zurückzuerstatten, weil dieses Geld nicht dazu da
ist, um von jenen geraubt zu werden, die immer die unschuldigen
Menschen ausnützen.
6. - Unsere Compañeros, die ihrer Freiheit beraubt wurden, sind
unschuldig und haben nichts getan, weshalb sie von irgendeiner
staatlichen oder bundesstaatlichen Regierungsbehörde vor Gericht
gestellt werden müssten.
7. - Da ihre Bemühungen bei den Behörden kein Gehör fanden, sondern
sie im Gegenteil verfolgt und verhaftet werden, schlagen die
zapatistische Unterstützungsbasen der Gemeinde Huitepec Ocotal,
zweite Sektion, vor, die 102 Hektar Land zum zapatistischen
Gemeindenaturreservat zu erklären, das von der Gemeinde selbst, mit
Unterstützung der Junta der Guten Regierung gepflegt, geschützt und
aufgeforstet werden soll.
Wenn unsere Compañeros Unterstützungsbasen dieser Gemeinde diesen
Vorschlag machen, ist es ihr völliges Recht vorzuschlagen oder zu
bestimmen, wie sie ihr angestammtes Land beschützen möchten.
8. - Als Junta der Guten Regierung dieser Zone ist uns das Problem
dieses Landgebietes, auf dem die zwei Compañeros festgenommen wurden,
bereits bekannt, da unsere Compañeros Unterstützungsbasen dieser
Gemeinde bereits früher schon mehrmals unser Büro mit Sitz im Caracol
von Oventic aufgesucht haben, um das Problem darzustellen, dass sie
durch die städtischen und staatlichen Regierungsbehörden aufgrund
dieses Grundstückes von 102 Hektar haben, das unseren Compañeros und
der übrigen Bevölkerung schon seit der Zeit ihrer Väter, Großväter
und Urgroßväter gehört. Um mehr Informationen über ihre Erklärungen
zu haben, baten wir unsere Compañeros volljährige Zeugen zu
präsentieren, um die Wahrheit darüber zu sagen, wer die wahren Erben
dieses Grundstückes sind.
9. - Am 1. Februar 2006 präsentierten unsere Compañeros
Unterstützungsbasen in unser Büro erwachsene Zeugen, um zu sagen,
dass die wahren Eigentümer der 102 Hektar Land jene sind, die vor der
Junta anwesend waren und die übrige Dorfbevölkerung. Das Land hatte
bereits ihren Eltern und Großeltern gehört, die es an ihre Kinder und
Enkelkinder weitergegeben haben, damit sie Eigentümer und Beschützer
dieses Landes sein würden, denn ihre Eltern und Großeltern benötigten
weder Landpläne noch Urkunden.
Als Maya-Indigenas haben sie eine andere Art um ihr Land zu messen,
zu pflegen und zu beschützen. Um die Grenze und Lage ihres Landes zu
markieren, reicht es, einen spezifischen Baum zu pflanzen oder einen
Felsen hinzustellen, und so konnten sie für Jahrzehnte- und
Jahrhunderte ihre Gebiete respektieren und bewahren. Aufgrund dessen
haben die fraglichen 102 Hektar keine Besitzurkunde oder einen Plan,
der von den städtischen und staatlichen Behörden anerkannt wäre.
Dies sind die Aussagen der Compañeros, die sich in unser Büro
präsentiert haben.
Wenn die Behörden diese Aussagen nicht glauben, sollen sie in die
Gemeinde gehen, um zu fragen, wer die wahren Eigentümer des Gebietes
sind.
10. - Da die Bewohner der fraglichen Gemeinde bereits gemerkt hatten,
dass ihr Land davon bedroht ist, durch Fremde enteignet oder besetzt
zu werden, haben sie begonnen sich darum zu bemühen gesetzliche
Papiere zu beantragen und wandten sich hierfür an die
Regierungsbehören.
Aber sie haben auf ihre Anfragen keine Lösung gefunden. Ihnen wurde
nur gesagt, dass dieses Land zu einem Naturschutzgebiet gehören
würden. Dadurch verloren mehrere Familien und einige ihrer
Gemeindeautoritäten und andere Bewohner den Mut, und zogen es vor ihr
angestammtes Land in die Hände der städtischen und staatlichen
Behörden zu geben, und im Austausch dafür wurde ihnen einige
Gewächshäuser und kleine Wohnungen versprochen.
Aber die zapatistischen Unterstützungsbasen in der gleichen Gemeinde
waren niemals damit einverstanden gewesen das Land zu übergeben, das
sie von ihren Eltern und Großeltern geerbt haben. Daher blieben sie
entschlossen, ihr Land zu verteidigen und zu fordern, dass die
angestammten Rechte der Gemeinde als wahre Eigentümer der 102 Hektar
gesetzlich anerkennt werden, deren Wälder sie stets gehütet und
geschützt hatten.
Die Wasserquellen, die auf diesen 102 Hektar existieren, sind
ausgebeutet worden, um andere Dörfer und sogar ausländische
Unternehmen, wie Coca-Cola, mit fließendem Wasser zu versorgen, ohne
um Erlaubnis dafür zu bitten oder die wahren Eigentümer dieses Landes
zur Kenntnis zu nehmen.
Wir betrachten die Missachtung der angestammten Rechte der indigenen
Völker als eine Ungerechtigkeit und eine Verletzung der
Menschenrechte.
Als Junta der Guten Regierung werden wir darauf achten, dass unsere
Compañeros respektiert werden, und bitten alle solidarischen Personen
ebenfalls darauf zu achten.
Hochachtungsvoll
JUNTA DER GUTEN REGIERUNG
ZENTRALES HERZ DER ZAPATISTEN VOR DER WELT
HOCHLANDZONE VON CHIAPAS, MEXICO.
MOISES PEREZ RUIZ
LUIS HERNANDEZ GOMEZ
GERONIM SANTIZ GUZMAN
SENAIDA LUNA LOPEZ
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(übs. Von Dana)