Repression in Oaxaca: 19 Verhaftungen und Übergriffe an Allerseelen

Am Freitag, 2.11. wollte die APPO der 23 Gefallenen Compas von der heissen Phase des Aufstandes von vor einem Jahr gedenken - und dem Sieg über die Polizeieinheiten der PFP vor einem Jahr. An der Kreuzung "5 senores" wo am 2.11.06 die Hundertschaften der PFP vergebens versuchten, die Barrikade einzunehmen und Radio Universidad zu räumen, versammelten sich gestern früh um 7 Uhr die ersten Leute, um auf der blockierten Kreuzung ein grosses Mahnmahl aus Sand und Steinen zu gestalten. Doch schon um 7.30 Uhr überfielen 300 Polizisten verschiedener Einheiten mit scharfen Waffen die Kundgebung. 19 Studierende und ProfessorInnen wurden verhaftet, teilweise in klandestine Gefängnisse gesteckt, verhört, mit Elektroschocks an den Genitalien verletzt. Florentino Lopez, einer der Sprecher der APPO, konnte der Verhaftung nur knapp entkommen; viele Privathäuser in der Umgebung der Kreuzung wurden ohne legale Grundlagen durchkämmt, um geflohene AktivitstInnen ausfindig zu machen.

Die APPO und ihre AnwältInnen verlangten sofort die Freilassung der Gefangenen, was dann schon um 11 Uhr gelang. Dennoch ist die Drohung klar und hat in ihrer Deutlichkeit eine neue Dimension: Wer sich in Oaxaca bewegt, der sieht bald in einen Gewehrlauf.

Die nächsten grossen Mobilisierungen sind in Oaxaca für die nächsten Tage und Wochen geplant, sie sollen in einer national mobilisierten Megamarcha am 25.11. kulminieren (am 25.11.06 wurde die Bewegung der APPO von 2006 durch eine polizeilich-militärische Grossaktion zurückgedrängt).