Honduras: Protest gegen den PPP
und die neoliberale Sicherheitspolitik des regionalen Präsidentengipfels

gh/cafepres, Honduras, Oktober 2006

Anfang Oktober trafen sich die Präsidenten von Zentralamerika, Mexiko, der Dominikanischen Republik mit Vertretern der USA und Kolumbiens in Honduras zu einem Gipfel, um die Fortsetzung des Plan
Puebla Panamá und der gemeinsamen Sicherheitspolitik zu besprechen.
Mit dabei war auch Felipe Calderón, der in einem beispiellosen Wahlbetrug gekürte, zukünftige Präsident Mexikos, in einer Art Antrittsbesuch bei seinen mittelamerikanischen Kollegen.

Seine Hoffnung, einmal einen Tag ohne Proteste gegen seine Person und den Wahlbetrug wie in seiner mexikanischen Heimat zu erleben, erfüllte sich nicht. Bei einer Ausflugstour zu dem im Plan Puebla
Panama geplanten Stausee el Tigre an der Grenze zwischen Honduras und El Salvador wurde die Zufahrt zum Aussichtspunkt auf das Bauprojekt von Angehörigen des Zivilen Rats der Volks- und Indigena-
Organisationen von Honduras (COPINH - Consejo Cívico de OrganizacionPopulares e Indígenas de Honduras) gesperrt, die gegen die Sicherheitspolitik des Gipfels, die geplante Vertreibung von 20.0
00 Menschen im Rahmen des Stauseebaus und auch explizit gegen die Anwesenheit von Herrn Calderón protestierten.
Siehe auch: http://www.jornada.unam.mx/2006/10/04/014n1pol.php

Im folgenden das zur Blockadeaktion veröffentlichte Manifest von COPINH:

COPINH erklärt anlässlich der Feier des Gipfels der Präsidenten von Zentralamerika, Mexiko, der Dominikanischen Republik mit Vertretern der USA und Kolumbiens, mit dem Ziel, die Sicherheit als zentrales Thema zu besprechen, folgendes:

1. Die Völker von Zentralamerikas, der Dominikanischen Republik und von Kolumbien leben in einer sehr grotesken Unsicherheit, die das Produkt der Implementierung des neoliberalen Systems ist, welchen
Abkommen und Pläne vorantreibt wie die TLCs, der Plan Puebla Panamá, die den Verlust der Ernährungssicherheit und von Arbeit, den Verlust von Arbeits- und Landrechten, dem Verlust des Rechtes auf eine gesunde Umwelt bedeuten; darüber hinaus beinhalten diese Pläne eine Komponente der Militarisierung seitens der nordamerikanischen Armee. In der Absicht, bürgerliche Sicherheit zu gewähren, schaffen sie Polizeistaaten, indem sie diese in Gendarmen der Transnationalen und ihrer Interessen verwandeln.

2. COPINH erklärt seinen energischen Protest gegen den im Plan Puebla Panamá beabsichtigen Stausee El Tigre, der die Bevölkerungen von Honduras und El Salvador in Schach hält und das Ende ganzer Dörfer in
den honduranischen Landkreisen San Antonio, Mapulaca, Piraera, Santa Lucia, Virginia, la Virtud und weiteren salvadorensichen Landkreisen bedeutet, sowie die Umsiedlung von 20.000 Menschen, die ihre Häuser, ihre Kultur, ihre Länder, ihre Lebensweise, ihr soziales Netz, etc. verlieren würden. Daher erklären wir als nicht willkommene Person den Herrn Elías Antonio Saca (Präsident von El Salvador).

3. COPINH erklärt seine Ablehnung der Politiken der Repression in den Staaten, wie z.B. die Förderung von Todesschwadronen und des Paramilitarismus. Insbesondere verurteilen wir auf heftigste Weise
den Mord am Diozösenpriester Ricardo Antonio Romero am 25. September, der zur Kirchengemeinde von Sonsonete el Salvador gehörte, sowie die Verfolgung von Kindern unter dem Vorwand, die bürgerliche Sicherheit zu schützen; ebenso verurteilen wir die Repression gegen Menschenrechtsaktivisten von COFADEH (Komitee der Angehörigen von Verschwundenen in Honduras), von der Vereinigung für eine gerechtere Gesellschaft A.S.J., den Mord an Garifunas und Indigenas und die Todesdrohungen gegen das Leben des Bischofs der Diozöse von Copan, Monseñor Luis Alfonso Santos, wegen seines Kampfes für die
Verteidigung der Rechte des Volkes, wir verurteilen die Straflosigkeit und den Genozid in der Gegend an den Völkern, die für die Gerechtigkeit kämpfen.

4. COPINH erklärt, dass die bürgerliche Sicherheit sich auf integrale Weise entwickeln soll und nicht mit einer Politik des Todes und der Repression, wie sie vorangebracht wird von den Internationalen
Finanzinstitutionen, die die Privatisierung der bürgerlichen Sicherheit erzwingen mittels des Mobilisierung internationaler Söldnerinstitutionen, ohne Gesundheit, Erziehung, Wohnung, Rechte auf Land und Partizipation zu garantieren, noch würdige und gerechte Lebensverhältnisse für alle zur Verfügung zu stellen.

5. Wir weisen die Anwesenheit des Herrn Felipe Calderón zurück, weil seine Designierung zum Präsidenten Mexikos das Produkt eines schamlosen Wahlbetrugs ist.

6. Wir warnen davor, das durch den Aufbau der mittelamerikanischen Militärpolizeischule die Repression gegen die Völker in der Gegend und der Staatsterrorismus zunehmen wird, und so wie wir heute auf
massive Weise protestieren, werden wir den Kampf fortsetzen. Mit der Kraft unserer Vorfahren Lempira, Iselaca, Mota und Etempica erheben sich unsere Stimmen des Lebens, der Gerechtigkeit, Würde,
Freiheit und des Friedens.

Nach 513 Jahren ertönen die Stimmen der Vergangenheit sehr gegenwärtig.

Zambrano, Landkreis in Francisco Morazán, 3. Oktober, Geburtstag unseres Helden Francisco Morazán, im Jahr 2006.