U.S - Militarisierung der Chiapas-Guatemala Grenze, 10. Feb.

Artikel aus mexikanischen Magazin Milenio, übersetzt von Dana.
Text: J. Jesús Rangel M. und Víctor Hugo Michel/ Chiapas

Korrespondent Gabriela Coutiño,

Seit dem letzten 15. Januar befinden sich US-Amerikanische Truppen bereits in der Gegend von Petén, wo sie ihre "Sozialdienstleistungen" einstweilen noch nicht ausüben, da der Kongress von Guatemala ihre Präsenz nicht autorisiert hat. Als Teil der Vereinbarung zwischen den Armeen von Nordamerika und Guatemala, werden 12 000 U.S. Soldaten nur einige Kilometer von den Operationsgebieten der EZLN "Sozialarbeiten" leisten.

Das Südkommando der Armee der Vereinigten Staaten (USARSO) mit Sitz in Panama (die SOA lässt grüßen* - Dana) plant gemäss eines Abkommens mit der Guatemaltekischen Armee 12 000 bewaffnete Streitkräfte an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala zu stationieren um "Sozialarbeiten" zu leisten - nur wenige Kilometer von den Gebieten entfernt, in denen die EZLN operiert.

Diese Amerikanische Kampfoperation wurde von der "Vereinbarung der "Verpflanzung" (Implantacion) zwischen den Armeen der Vereinigten Staaten und Guatemala" festgelegt, die von den Kommandanten beider Armeen und dem Abgesandten des Kongresses Zentralamerikanischer Nationen für Präsident Alfonso Portillo unterzeichnet wurde und auf schnellstmöglichem Weg umgesetzt werden soll.

Cesar Montes, Ex-Militanter der guatemaltekischen Guerilla und gegenwärtiger Pressemitarbeiter, bestätigte der Milenio gegenüber, dass auch wenn diese Vereinbarung noch von dem Kongress von Guatemala debattiert wird, die Operation mit dem Namen "Nuevos Horizontes 2001" ("Neue Horizonte 2001") bereits initiiert wurde: Es befinden sich bereits 200 U.S.-amerikanische Streitkräfte auf guatemaltekischen Gebiet befinden, wo sie mit Touristenvisas eingereist sind, um politische Unbequemlichkeiten zu vermeiden.

Diese Operation wurde ursprünglich für eine Dauer von wenig mehr als vier Monate geplant, vom 15. Januar bis zum 20 Mai, innerhalb derer die stationierten Streitkräfte von den anfänglichen 2 500 Soldaten des ersten Stadiums des Planes auf 12 000 Soldaten in der Zone von El Petén erweitert werden sollen.

Die Vereinbarung zwischen den Streitkräften der Vereinigten Staaten und Guatemala sieht vor, dass die USARSO das Personal der Guatemaltekischen Armee einsetzen und verwalten kann, um ihre Ausrüstung zu beschützen. Zusätzlich werden die U.S.-Truppen in der Lage sein, sich mit standardmäßiger Bewaffnung durch das Gebiet von Guatemala zu bewegen; die U.S. Armee wird seitens der Regierung von Guatemala von jeglicher Inspektion der Zollbehörde befreit und ihre Angehörigen werden weder Pässe noch Visa benötigen und Steuerfreiheit geniessen.

Die USARSO wird die Funktion eines Koordinators aller Kommunikationen mit der lokalen und internationalen Presse und aller Besuche von Journalisten erfüllen; nach Beendigung werden ihre Streitkräfte das Recht haben, die Bau-Ausrüstung und Werkzeuge aus Guatemala wegzuschaffen und zukünftig in der Lage sein zurückzukehren und von den Anlagen Gebrauch machen. Zusätzlich legt eine zusätzliche Klausel fest, dass die Armee von Guatemala sich verpflichtet den U.S. Streitkräfte dabei zu helfen, spezielle Discounts und Tarifnachlässe für den Besuch von Erholungszentren und anderer Bereiche ihres Interesses zu erhalten.

Dieser Vertrag, versichert César Montes, ist bereits mehreren Mitgliedern der COCOPA bekannt, und könnte wegen der unmittelbaren Nähe zu Mexiko, bei dem Treffen mit Vicente Fox an diesem Samstag Gegenstand der Gespräche sein. Das Dokument wurde Ende letzten Jahres unterzeichnet und basiert auf zwei früheren Dekrete des Kongresses der Republik Guatemala, eins davon zur Bekämpfung des Drogenhandels, das in 1999 99 U.S.-Amerikanischen Militärs die Einreise in das Land erlaubte.

"Wenn man überlegt, dass dies die Autorisierung des Waffengebrauchs mit einschließt, bedeutet das, dass es in der Zone von El Petén, weniger als 20 Minuten vom Usumacinta Fluss entfernt, in dem Grenzstreifen zu Mexiko, 12 000 kampfbereite U.S. Streitkräfte geben wird, und dass es ihnen erlaubt sein wird sich in der Waldzone ohne größere Kontrollen zu bewegen und ihre topografischen Studien und Lufterkundungen auf das mexikanische Gebiet auszuweiten", warnte er.  

"Wenn dies ihre Arbeit ist, wozu brauchen dann 12 000 Männer Waffen? Es ist lächerlich dass 12 000 Männer Zähne ziehen sollen. Wenn es um ein soziales Projekt geht, wieso wird dann nicht eine zivile Organisation geschickt anstatt des Militärs. Dies ist ein Signal gegen die EZLN, Fox und Mexiko." bemerkte er.