Presseerklärung von COMPA (Allianz verschiedener politischer Basisorganisationen in Oaxaca) zu den Vorfällen in Oaxaca vom 04.02. 2005
An die nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen, an die sozialen Organisationen im Lande und an die Bevölkerung Mexikos und der ganzen Welt.Seit dem 19. Januar diesen Jahres sind indigene Männer, Frauen und Kinder aus der Stadt Oaxaca aufgebrochen, um Gerechtigkeit für das versuchte Massaker zu verlangen, das Einheiten der Policia Preventiva („Präventivpolizei“) gegen die Gemeinde von Santiago Xanica verüben wollten. Obwohl auf die Compañeros geschossen wurde - wobei es mindestens drei Verletzte gab - werden Juventino und Noel García Cruz heute im Gefängnis von Ixcotel gefangen gehalten. Abraham Ramirez befindet sich im Krankenhaus von Oaxaca und gilt als festgenommen. In all dem zeigt sich die völlige Unfähigkeit der Landesregierung von Oaxaca von Ulises Ruiz Ortiz.
Am 3. Februar wurden gegen 11.30 Uhr morgens die beiden Mitglieder der COMPA (Coordinadora Oaxaqueña Magonista Popular Antineoliberal - Magonistischen Populären Antineoliberalen Koordination Oaxacas) Alejandro Cruz López und Carlos Cruz Mozo festgenommen, nachdem sie an einem Treffen mit dem Subsekretär für politische Entwicklung, Joaquín Rodríguez Palacios teilgenommen hatten, das als Vorbereitung einer Zusammenkunft mit dem Gouverneur des Bundesstaates dienen sollte und von der Nationalen Menschenrechtskommission veranlasst worden war. Anstelle einer Anhörung im Rahmen eines Dialogs war dies eine Falle der Regierung des Bundesstaates. Dabei benutzte die Regierung die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) dazu, die beiden Compañeros festzunehmen.
Kurz darauf wurde
das Gebäude, das von CODEP (Comité de Defensa de
los Derechos del Pueblo - Komitee zur Verteidigung der Rechte des
Volkes) genutzt wird, von verschiedenen Polizeieinheiten
(Präventivpolizei, Ministerial- bzw. Justizpolizei und kommunale
Polizei) im Zuge eines massiven Polizeieinsatzes umstellt. Dort
befanden sich die Compañeros Jaquelina López Almazán, Samuel
Hernández Morales, Gilberto Canseco Carmona sowie Aurora Cruz García,
die ein Gespräch mit dem Vertreter der Nationalen
Menschenrechtskommission führten, um ihn über die Atmosphäre
der Verfolgung und der Repression zu informieren und ihn über den
Zustand zu unterrichten, in dem sich die indigenen Gemeinden der
Kommune Santiago Xanica befinden. De Facto sind für diese indigenen
Gemeinden die im Bundesstaat (Oaxaca) laut Verfassung garantierten
Rechte außer Kraft gesetzt. Außerdem wurde am 19. Januar, dem Tag,
an
dem die Karawane von Oaxaca nach Mexiko-City aufbrach, ein Compañero
aus Vista Hermosa/ Tlaxiaco festgenommen.
Die Halsstarrigkeit
der Regierung des Bundesstaats Oaxaca zeigt auf,
dass sie sich dafür entschieden hat, eine faschistische Politik
gegenüber den indigenen Gemeinden, unabhängigen Organisationen und
Gewerkschaften zu verfolgen, um eine unrechtmäßige Regierung an der
Macht zu halten, die nur von 18% der Oaxaqueos gewählt wurde. Diese
aggressive Politik von Ulises Ruiz Ortiz passt zum Regierungsmodell
von Roberto Madrazo, falls dieser Präsident der Republik würde.
Die Festnahme der
COMPA-Mitglieder in Anwesenheit des Vertreters der
Nationalen Menschenrechtskommission beweist die Existenz eines
despotischen Regimes, worin die Mächtigen veranlassen können, all
diejenigen einzusperren, die sich wie wir trauen, die Willkür in der
Rechtsanwendung anzuklagen. Außerdem zeigt es, dass die Ausübung
der
in der Verfassung garantierten Grundrechte in den Augen der Regierung
ein Delikt darstellt.
Daher fordern wir:
• Politische Verurteilung und Sanktionen gegen den Gouverneur von Oaxaca, Ulises Ruiz Ortiz, wegen Mordes und Repression!
• Wir fordern die Absetzung des Innenministers Jorge Franco Vargas und der Staatsanwältin des Bundesstaates Oaxaca Patricia Villanueva Abrajam, weil sie unmittelbar verantwortlich sind für den Versuch, in der Gemeinde Santiago Xanica ein Massaker zu verüben.
• Wir fordern
die sofortige und bedingungslose Freilassung der
Vertreter indigener und sozialer Organisationen der COMPA: Abraham
Ramirez Vasquez, Noel und Juventino Garcia Cruz, Samuel Hernandez
Morales, Jaquelina López Almazan, Alejandro Cruz López und Pedro
León
Galindo.
• Die Haftbefehle gegen Mitglieder der COMPA, die noch in Kraft sind, müssen aufgehoben werden!
• Die in der Verfassung garantierten Grundrechte müssen für die Bevölkerung Oaxacas wiederhergestellt werden!
• Roberto Madrazo soll seine kriminellen Hände aus Oaxaca nehmen!
Oaxaca, Mexiko, 4. Februar 2005
COMPA (Coordinadora Oaxaqueña Magonista Popular Antineoliberal)